Wenn Kindergartenkinder forschen
In Dresden vorgestellt: Das „Haus der kleinen Forscher.
Naturwissenschaften und Technik für Mädchen und Jungen"
Von den vielen erwachsenen ließen sich die experimentierenden Kindergartenkinder in Dresden nicht stören.
Anlässlich einer regionalen Auftakt-veranstaltung für ihr Frühförde-rungsangebot hat die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ (Berlin) in Dresden sich und ihre Ziele vorgestellt. Nach ihrem eigenen Verständnis ist sie trotz des Hauptnamens nicht nur für „kleine Forscher“, sondern – wie es aus dem Untertitel hervorgeht – auch für kleine Forscherinnen gedacht: Sie fördert „bundesweit spielerisch die Begeisterung drei- bis sechsjähriger Mädchen und Jungen für naturwissenschaftliche und technische Phänomene“, heißt es in ihrem Internet-Auftritt.
Dafür bildet sie „über lokale Netzwerke“ Erzieherinnen und Erzieher naturwissenschaftlich und pädagogisch weiter, stellt ihnen Materialien zur Verfügung, die das Experimentieren in der Kindertagesstätte ermöglichen und bietet Hintergrundinformationen und Experimentbeispiele im Internet an (www.haus-der-kleinen-forscher.de). Zum Fördernetzwerk gehören laut stiftungseigener Homepage der-zeit (im Juli 2009) bundesweit rund 7.500 Kindertagesstätten.
Gegründet wurde die Stiftung 2006 auf Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft, der McKinsey & Company, der Siemens Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung. Die bundesweite Ausbreitung ihrer Angebote wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Gegenwärtig werden verschiedene Landeskultusministerien sowie regionale Handwerks- und Industrie- und Handelskammern als unterstützende Institutionen mit ins Boot geholt. Dazu kommen Kontakte zu den Trägern von Kindertagesstätten, zu Jugendämtern, Vereinen, Museen, Science Centern, Forschungseinrichtungen, Unternehmen. Außer im Saarland existieren inzwischen in allen Bundesländern mehr oder weniger dicht geknüpfte Netzwerke.
Aufgabe dieser lokalen Netze sei es, vor Ort die Kindergärten „für das Programm zu begeistern und ihnen das Angebot an Workshops und Materialien zugänglich zu machen“. Innerhalb eines lokalen Netzwerks soll ein Netzwerkkoordinator oder eine Netzwerkkoordinatorin zum Beispiel den Kontakt zu den Kindergärten herstellen, sie betreuen und die Anmeldung der Erzieherinnen und Erzieher zu den Workshops organisieren. In jeder Region werden zunächst Trainerinnen und Trainer fortgebildet, die dann vor Ort die Workshops für die Erzieherinnen und Erzieher durchführen.
Dr. Peter Rösner, Geschäftsführer des "Hauses der kleinen Forscher"
Entstanden sei die Initiative aus einem zunächst missratenen Versuch der Unternehmensberatung McKinsey & Company: Weil die Initiatoren dort der Meinung waren, die Kinder würden zu spät oder gar nicht an naturwissenschaftlich-technische Themen herangeführt, kamen sie auf die Idee, Naturwissenschaftler und Ingenieure in die Kindergärten zu schicken, um bei den Kleinen die Begeisterung für ihr Fach zu wecken.
Nach Darstellung von Dr. Peter Rösner, der heute Geschäftsführer der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ist, scheiterten jedoch die pädagogisch-didaktischen Laien sehr rasch an dieser für sie unbewältigbaren Aufgabe: „Sie dozierten über unverständliche Themen, und die Kinder hörten ihnen einfach nicht zu.“
Daraus entstand das neue Konzept, an dem seiner Darstellung nach nicht nur NaturwissenschaftlerInnen und TechnikerInnen, sondern auch PädagogInnen, EntwicklungspsychologInnen und andere SozialwissenschaftlerInnen beteiligt sind und interdisziplinär ihre jeweiligen Erkenntnisse mit einbringen.
Die Autorin dieses Beitrags ist Elke Speidel, Soziologin B.A.