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Neuer Chef bei Jugend forscht

Foto eines Vortragenden bei einer Podiumsdiskussion vor dem Hintergrund einer Werbetafel der Gates-Stiftung Dr. Jörg F. Maas als Europakoordinator der Bill&Melinda-Gates-Stiftung im Januar 2009

Heute erreicht uns die Mitteilung, dass die Stiftung Jugend forscht e. V. in Hamburg, die den gleichnamigen bundesweiten Wettbewerb "Jugend forscht" veranstaltet, einen neuen Geschäftsführer hat. Er heißt Dr. Jörg F. Maas, ist 49 Jahre alt, und war bisher er als Europakoordinator bei der Bill & Melinda Gates-Stiftung tätig.

 

Die frühere Geschäftsführerin Dr. Uta Krautkrämer-Wagner ist - soweit unsere Zusatzrecherchen stimmen - Mitte des Jahres in den Ruhestand gegangen, nachdem sie seit Januar 1988 die Stiftung geleitet hatte. Zu ihrem Werdegang bis zu diesem Zeitpunkt schweigt das Internet - keine Biografie, kein Lebenslauf, keine Hinweise auf ihr Ausbildungsprofil, keine Erwähnung ihres Promotionsthemas geben Aufschluss über sie als Person. Da wir davon ausgehen, dass sie es so und nicht anders wünscht, soll es auch dabei bleiben.

 

Der Neue an der Spitze von Jugend-forscht gibt sich weniger medienscheu. So zitiert die Stiftung anlässlich des Führungswechsels Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung mit den Worten: „Herr Dr. Maas übernimmt das Flaggschiff unserer Schülerwettbewerbe. Jugend forscht leistet seit vielen Jahren einen äußert wirksamen Beitrag zur Nachwuchsförderung in Deutschland. Als Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Jugend forscht e. V. wünsche ich ihm viel Erfolg bei seiner künftigen Arbeit.“Dr. Jörg F. Maas studierte nach Angaben seiner neuen Arbeitgeber Philosophie, Sozialwissenschaften, Germanistik und Romanistik in Bonn, Berlin und Köln. Er promovierte an der Fernuniversität Hagen und der Harvard University im Fach Wissenschaftstheorie und -geschichte. Im Anschluss war er Dezernent für Internationale Beziehungen der Otto von Guericke-Universität Magdeburg und EU-Beauftragter für den Aufbau der Wissenschaftslandschaft in Sachsen-Anhalt, ab 2003 arbeitete er bei der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover, ehe er 2008 zur Bill & Melinda Gates-Stiftung wechselte.

 

Jugend forscht fördert nach eigener Darstellung "besondere Leistungen und Begabungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik". Ziel ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 21. Lebensjahr an naturwissenschaftlich-technische und mathematische Inhalte heranzuführen und in ihrer berufliche Orientierung zu unterstützen. Träger des Wettbewerbs ist der gemeinnützige Verein Stiftung Jugend forscht e. V. mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung als Kuratoriumsvorsitzende. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert die Jugend forscht Geschäftsstelle in Hamburg. Schirmherr des Wettbewerbs ist der Bundespräsident.

 

Bis zum vorigen Jahr gab es nach unten keine Altersgrenze für teilnehmende junge Menschen, da zusätzlich zum Jugendlichen-Wettbewerb auch der Kinderwettbewerb "Schüler experimentieren" ausgerichtet wird. Seit 2009 gilt dafür allerdings eine Altersgrenze, die alle Kinder vom Wettbewerb ausschließt, die noch nicht mindestens die 4. Grundschulklasse besuchen, eine Einschränkung, die von bisherigen Teilnehmergruppen und den sie betreuenden Lehrkräften als diskriminierend empfunden wird.